Die optimale Winterfütterung – so geht`s

In den Wintermonaten verändern sich nicht nur die Witterungsverhältnisse, auch die Haltungsbedingungen unserer Pferde passen sich entsprechend an. Auslauf und Weide werden seltener angeboten, dafür gibt es mehr Raufutter in Form von Heu und Stroh.

Die Versorgung mit Energie und Nährstoffen muss jetzt entsprechend angeglichen werden, damit Pferde auch im Winter gesund und leistungsfähig bleiben.


Darauf kommt es an

Je nach Rasse, Haltungsbedingungen, Fellbeschaffenheit, Fettreserve und Nutzung unterscheidet sich das Optimum der winterlichen Pferdefütterung ganz erheblich. Ein hoch im Blut stehender Deckhengst im Sporteinsatz stellt eben andere Ansprüche an sein Futter, als ein gut beleibtes Shetlandpony mit üppigem Winterfell. Eines haben beide dennoch gemeinsam: den Verdauungstrakt.


Alle sind gleich

Ob Shetty oder Kaltblut, der Weg der Nahrung ist derselbe und sollte sich daher auch im Groben ähneln. Die Basis der Pferdefütterung bildet ausreichend hochwertiges Raufutter, das dem Dauerfresser Pferd gerecht wird und Magen und Darm optimal auslastet.

Andres sieht es hingegen beim Nährstoff- und Energiebedarf aus!


Leistung frisst Energie

Da können sich von Pferd zu Pferd Welten auftun. Während einige Rassevertreter schon vom bloßen Blick aufs Kraftfutter zunehmen, kann man die Krippe bei anderen Pferden gar nicht voll genug füllen.

Je mehr Leistung erbracht wird, desto mehr Energie und Nährstoffe müssen Pferde mit dem Futter aufgenommen werden. Unter Leistung fällt dabei nicht nur die tägliche Arbeit, sondern auch wachsen, alt werden, Haarkleid wechseln, Stuten beglücken und Fohlen austragen.


Die Basics der Winterfütterung

Die Basis einer gelungenen Winterfütterung bildet qualitativ hochwertiges Raufutter. Dieses sollte im Idealfall nicht ad libitum angeboten, sondern auf den jeweiligen Bedarf abgestimmt werden.

Dass Raufutter Pferde im Winter von innen wärmt, ist nicht ganz richtig.Es füllt zwar den Verdauungstrakt, zum Wärmen enthält es aber zu wenig Energie. Gerade hochblütige Pferde brauchen zum inneren Heizen ausreichend Proteine und Kohlenhydrate und somit Krippenfutter.


Vitamine und Mineralstoffe brauchen alle

Leichtfuttrigen Pferde, dessen innere Heizung auch bei fiesen Minustemperaturen und Schmuddelwetter gut funktioniert, muss nicht zwangsläufig Hafer, Pellets und Co. verabreicht werden. Mit Heu, Stroh und einer darauf abgestimmten Mineral- und Vitaminmischung kommen sie gut versorgt durch den Winter.


Genaue Rationsberechnung nötig

Die Fütterung von Pferden Pi mal Daumen ist längst überholt. Weder sieht man dem Raufutter seine Qualität an, noch kann man Rückschlüsse über seine Inhaltsstoffe ziehen. Gerade bei Graskomponenten (Heu/Heulage/Silage) sind ganz erhebliche regionale Unterschiede zu beobachten!

Während Selen in vielen Gebieten Mangelware ist und entsprechend supplementiert werden muss, können andere Inhaltsstoffe regionalbedingt schon alleine durch das Raufutter ausreichend gedeckt werden.

Eine Supplementierung aller Komponenten, wie sie durch handelübliche Mineral- und Vitaminmischungen in der Regel erfolgt, wäre in solchen Fällen eher kontraproduktiv. Ein Zuviel an Vitaminen- und Mineralstoffen ist genauso wenig wünschenswert, wie ein Zuwenig!

Vor einer Rationsberechnung sollte man sich aus Liebe zu seinem Pferd also nicht drücken!


Den Saft nicht vergessen

Über Saftfutter in Form von Rüben, Äpfeln, o. ä. freuen sich im Winter alle Pferde. Gleichzeitig bringt es Abwechslung auf den ziemlich trockenen Futterplan. Gerne darf es übrigens auch im Winter ein Weidebesuch sein!

Bei der Rationsberechnung kann das Grasknabbern aber ruhig vernachlässigt werden. Oft wird versucht, das mit dem geringen Nährwert von Wintergras zu begründen. Tatsächlich ist aber nur die Konsistenz, nicht aber der Nährwert des Grases verändert. So ist Gras im Winter ärmer an Rohfaser, dafür aber wasserreicher.

Um die Nährwerte vom Sommergras auch im Winter zu erreichen, müssten Pferde demnach wesentlich mehr Weidegras zu sich nehmen. Das ist alleine schon durch das eingeschränkte Graswachstum in den Wintermonaten gar nicht möglich.

 

Habt ihr Fragen zur Fütterung, zur optimalen Nährstoffversorgung oder zu den Besonderheiten eurer Region? 
Schreibt uns einfach eine Mail an fragen@welldina.de
 
 
 
 

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