Brennnessel

Brennnessel (Urtica)

Die Brennnessel ist eine krautige Pflanze, die als Kulturfolger häufig auf bearbeiteten, nahhaften Böden auftritt. Da sie wenig anspruchslos ist, kommt sie auf der ganzen Welt und in vielen Habitaten vor. Bis zu zwei Meter kann die Brennnessel mit ihren langen, behaarten Stängeln erreichen. An diesen sind die eiförmigen, grob gezähnten Blätter mit den gut sichtbaren Blattnerven gegenständig angeordnet. Auch sie sind, wie der Stängel, mit kleinen Brennhaaren ausgestattet. Sie dienen der Pflanze als Fraßschutz, denn bei Berührung brechen die zarten Brennhaare ab und entleeren ihr ameisensäurehaltiges Brennnesselgift. An den oberen Blattständen bilden sich später die recht unscheinbaren, gelblichen Blüten, die in Rispen herabhängen und aus denen sich hellbraune, glänzende Früchte (Nüsschen) bilden.

Zu medizinischen Zwecken kommen zum einen die flavonoidhaltigen Brennnesselblätter zum Einsatz. Sie enthalten auch noch größere Mengen an Mineralien, ebenso Vitamine, ätherische Öle und organische Säuren. Die Brennhaare sind mit Histamin und Serotonin ausgestattet und enthalten zudem Acetylcholin und Scopoletin. Die Blätter der Brennnessel werden bei Harnwegsinfekten eingesetzt, da ihre Inhaltsstoffe wassertreibend und antibakteriell wirken. Die Wurzel der Brennnessel ist reich an pflanzlichen Steroidhormonen, ebenso enthalten sind Lecitine, Lignane und Polysaccharide. Die Brennnessel wird gerne zur Blutreinigung, als Entschlackungshilfe und durch ihre entzündungshemmenden, diuretischen und schmerzlindernden Eigenschaften bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt.